In Südhessen markieren Wildunfallzeichen (WUZ) nicht besonders unfallträchtige Streckenabschnitte, sondern den genauen Ort eines Wildunfalls. Dieses Verfahren dient dazu, verletzte Wildtiere schneller zu finden und von unnötigem Leid zu erlösen.
Projekt zur Markierung von Wildunfällen
Das gemeinsame Projekt des Hessischen Innenministeriums, des Polizeipräsidiums Südhessen und des Landesjagdverbands Hessen läuft seit 2019 und ist im achten Jahr etabliert. Nach der Unfallaufnahme bringt die Polizei das Wildunfallzeichen an der Stelle an, an der der Zusammenstoß stattfand. Die weiterentwickelte Version „WUZ 2.0“ ist mit reflektierender Folie ausgestattet und auch bei Dunkelheit aus bis zu 300 Metern sichtbar. Ein Pfeil zeigt die vermutete Fluchtrichtung des Tieres.
Wichtig für Nachsuche und Unfallvermeidung
Die genaue Markierung ist entscheidend, wenn das Tier nach dem Unfall flüchtet. Für Nachsuchenhunde sind Spuren am Unfallort die Grundlage, um das verletzte Tier zu finden. Ohne präzise Angaben müssen größere Straßenabschnitte abgesucht werden, was Zeit kostet und die Sicherheit der Suchenden beeinträchtigt.
Auch bei totem Wild hilft die Markierung, den Fundort schnell zu lokalisieren und das Tier zu bergen. Dies reduziert das Risiko von Folgeunfällen, da verendete Tiere weitere Wildwechsel anziehen können.
Unterstützung und Appelle
Der Landkreis Darmstadt-Dieburg unterstützt das Projekt finanziell unter anderem mit Mitteln aus der Jagdsteuer. Polizei und Jagdverband appellieren, die Wildunfallzeichen nach der Nachsuche zügig zurückzugeben, damit sie wieder eingesetzt werden können.
Wildunfallgefahr im Herbst
Mit der Umstellung auf die Winterzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen, da der Wildwechsel mit dem Berufsverkehr zusammenfällt. Besonders zwischen 16:00 und 18:30 Uhr sollten Verkehrsteilnehmer an Waldstücken und Feldrändern vorsichtig fahren.
Empfohlene Verhaltensregeln
- Aufmerksam und bremsbereit fahren
- Wild an der Straße kontrolliert abbremsen, abblenden und hupen
- Mit weiteren Tieren rechnen
- Bei unvermeidbarem Zusammenstoß nicht ausweichen, sondern kontrolliert bremsen
Nach einem Wildunfall
- Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern
- Polizei unter 110 verständigen, bei Verletzten 112
- Verletztem Wild nicht folgen und totes Wild nicht ohne Handschuhe berühren
- Unfallort möglichst genau beschreiben
Das Wildunfallzeichen wurde ursprünglich im Kreis Olpe entwickelt und wird in Südhessen seit 2019 eingesetzt. Die Zeichen werden in den Nieder-Ramstädter Werkstätten gefertigt.










