Hattersheim am Main. Rund 100 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Westhessen und der Feuerwehren des Main-Taunus-Kreises haben am Samstag auf dem Gelände der ehemaligen Polizeistation Hattersheim gemeinsam den Umgang mit einer komplexen Gefahrstofflage geübt. Unterstützt wurden sie dabei von Entschärfern des Hessischen Landeskriminalamtes.
Übungsszenario und beteiligte Einheiten
Das Szenario simulierte einen Vorfall in einem chemikalienverarbeitenden Betrieb, der ein abgestimmtes Vorgehen von Polizei und Feuerwehr erforderte. Die Polizei war mit spezialisierten Sprengstoffermittlern und weiteren Spezialkräften vor Ort, während die Feuerwehr mehrere Einheiten des Gefahrstoff-ABC-Schutzes einsetzte.
Die Feuerwehren des Main-Taunus-Kreises brachten unter anderem die GABC-Führung, die GABC-Messgruppe, den Gefahrstoff-Dekontaminations-Zug sowie Fachberater für Gefahrstoffe ein. Diese Einheiten sind Teil des Katastrophenschutzes in Hessen und auf den Umgang mit gefährlichen Stoffen spezialisiert.
Zusammenarbeit von Polizei und Feuerwehr
Die Übung stellte die Herausforderung dar, zwei Organisationen mit unterschiedlichen Aufgaben und Vorgehensweisen zu koordinieren: Die Feuerwehr misst und dekontaminiert, die Polizei ermittelt und sichert Beweismittel. Im Ernstfall ist ein schnelles und koordiniertes Vorgehen notwendig, um Gefahren für Bevölkerung und Einsatzkräfte zu minimieren und gleichzeitig Ermittlungen zu ermöglichen.
Ein gemeinsamer Lageüberblick, ein schneller Informationsaustausch und klar abgestimmte Maßnahmen waren daher zentrale Übungsinhalte. Ziel war es, die Schnittstellen zwischen Gefahrenabwehr und polizeilicher Ermittlungsarbeit zu verbessern und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Erkenntnisse und Ausblick
Vertreter weiterer hessischer Polizeipräsidien sowie der Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörde des Main-Taunus-Kreises begleiteten die Übung als Beobachter. Sie bewerteten das Zusammenwirken der Einheiten und identifizierten mögliche Verbesserungen bei Organisation und Taktik.
Die Übung unterstrich die Bedeutung einer frühzeitigen Abstimmung zwischen Polizei und Feuerwehr bei außergewöhnlichen Gefahrensituationen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Einsatzabläufe künftig noch sicherer und effizienter zu gestalten.











